[Countdown] Noch wenige Stunden bis zum Erscheinungstag von "Nur eine Ewigkeit mit dir" von Kristina Moninger


Hey ihr Lieben,

morgen, also am 09. August erscheint endlich "Nur eine Ewigkeit mit dir" von Kristina Moninger. Ihr könnt dieses Buch noch wenige Stunden zum Vorbestellpreis von 0,99 Euro kaufen oder ihr lest es im kindleunlimited.

Klappentext:
Eine magische Geschichte über die endlose Macht einer Liebe, die alle Zeiten überdauert. 
Lilly ist müde, lebensmüde. Jonas lebt nicht, zumindest nicht richtig.
Als die beiden aufeinander treffen, handelt es sich um einen Glücks-, aber keinen Zufall. Denn Jonas kennt Lilly bereits aus einem anderen, einem längst vergangenen Leben.
Während Lilly Tag für Tag neuen Lebensmut schöpft, muss sich Jonas seiner Vergangenheit stellen - und damit auch einer Entscheidung, die die Grenze zwischen den Zeiten immer brüchiger werden lässt.




Um euch noch neugieriger darauf zu machen, habe ich für euch mal die ersten Seiten zum Reinlesen. Viel Spaß.
[...]Lilly
Ich stehe auf einer Brücke. Was für ein Zufall, dass ausgerechnet heute einer dieser Brückentage ist. Ein besonderer Tag für Menschen, die zur Arbeit gehen, für Menschen, die ein normales Leben führen, Menschen für die es üblich ist Brücken mit Redewendungen und Ausdrücken zu verbinden. Es gibt so viele davon: Brücken zwischen Menschen bauen, Differenzen überbrücken, Esel bauen Eselsbrücken. Ich werde nicht über sieben Brücken gehen und für mich gibt es keine Überbrückung mehr, denn ich werde alle Brücken hinter mir abbrechen und die, auf der ich stehe zu einer Todesbrücke machen. Ich bin fest entschlossen, mich heute dort hinunter zu stürzen. Meine dunklen Jahre sind vorbei.
Genau genommen stehe ich nicht nur auf einer Brücke, sondern auf der Brüstung. Asphalt hinter mir, Asphalt unter mir. Ich halte meine Arme von meinem Körper gestreckt wie ein frisch dem Nest entflohener Vogel, der seine ersten Flugversuche unternimmt. Dieser Vogel wird nur einen einzigen Flug machen. Und das ist gut so. Ich beende mein Leben mit einem Knall. Einem Aufschlag auf dem Asphalt. Die leichte Theatralik ausgestreckter Arme gestehe ich nur mir selbst zu. An diesem Tag, zu dieser Uhrzeit ist die Brücke hier noch keine Todes-, aber doch eine Geisterbrücke. Nur meine Geister und ich befinden sich hier, keine weitere Menschenseele. Ich fühle mich nicht nur allein auf dieser Welt, ich bin es auch bei meinem letzten Schritt. Es gibt nichts mehr, was mich halten kann, weil es nichts mehr gibt, woran ich mich festhalten kann. Wenn es keinen Halt mehr gibt, führt das unweigerlich zum Sturz.
Ich werde warten, bis die Ampel dort unten vor der Brücke auf rot schaltet. Weil ich niemandem auf die Motorhaube springen will. Weil ich keinem Kind aus toten Augen auf den Rücksitz blicken will. Weil ich nicht will, dass irgendein alter Herr meine Überreste von seinem polierten Wagen kratzen muss. Die Grünphase scheint unendlich. Nun kann ich den Wind spüren, der mir durch das dünne T-Shirt pfeift. Ich bekomme eine Gänsehaut und dabei will ich doch nichts mehr spüren. Meine Locken haben sich unentwirrbar auf meinem Kopf ineinander verknotet, aber was kümmert mich das schon. Ich werde sie schließlich nicht mehr kämmen. Immer noch grün. Der Wind wird stärker, meine Balance wackeliger. Unten rauschen die Autos durch eine nicht enden wollende grüne Welle. Noch sind alle meine Sinne scharf. Ich spüre den Wind auf meiner Haut, rieche die Reste des Regens in der Luft, schmecke den fahlen Geschmack von Lebensmüdigkeit auf meiner Zunge. Ich sehe das
verhasste Grün und ich höre... eine Stimme. 
„Lene", ruft ein Mann, „Lene, warte. Nicht, Lene, bitte nicht." Ich will mich hastig umdrehen, nachsehen, wer mich und meinen Todesgang stört. Bis mir einfällt, dass ich auf einem Brückengeländer stehe und hastige Bewegungen unangebracht sind. 
Mein Entschluss zu springen steht, aber meine letzten Gedanken ebenfalls, sie dulden keine Veränderung durch einen Fremden, der nach einer anderen Frau ruft. Meine letzten Gedanken sind mein letztes Heiligtum. Sorgsam behütet, verschlossen und sicher verwahrt. Der Mann läuft mit gestreckten Armen auf mich zu. Ich blicke nach links, blicke nach rechts. Aber wir sind die Einzigen hier. Keine Frau, die Lene heißen könnte, in Sicht. 
„Ich springe jetzt, hau ab!"
„Lilly, bitte, gib mir deine Hand. Ich muss dir etwas erklären."
Das ist es. Nicht nur, dass er meinen Namen nicht wissen kann. Es ist seine Stimme selbst. Etwas, was ich zu Beginn unseres netten kleinen Smalltalks hier oben nicht zuordnen konnte und dass ich jetzt zu katalogisieren weiß: Vertrautheit.
Bevor ich fragen kann, woher er meinen Namen kennt. Bevor ich überhaupt etwas sagen kann, überwindet er den letzten geringen Abstand, der noch zwischen uns besteht. Er fasst mich am Arm und zieht mich hinunter. Ich falle in seine Arme und in eine andere Zeit.
Ich stehe nicht mehr auf einer Brücke, sondern in einem alten, dreckigen Hof. Kein Beton, kein Pflaster, nur Erde. Trockene, dreckige, zertrampelte Erde. Ich weiß irgendwie, dass ich auf etwas warte. Auf eine weitere Kanne Milch. Den Holzkarren, der bereits schwer beladen ist, muss ich heute selbst ziehen. Üblicherweise hilft mir Asko, der Hofhund, beim Ziehen. Eingespannt in ein selbstgefertigtes Hundegeschirr, gar nicht unähnlich dem eines Pferdes oder Ochsen, zieht er meist ohne Murren den Wagen zur Milchsammelstelle. An der kleinen Anhöhe kurz vorm Dorf muss ich kräftig mitziehen und dabei gut aufpassen, dass der Wagen nicht kippt. Aber ansonsten ist Asko doch eine große Hilfe bei dieser mühsamen Plackerei. Asko aber ist von einer der Milchkühe getreten worden und fällt daher erst einmal aus. Es ist Sommer und ziemlich heiß. Ich sehe an mir herunter, ich trage ein farbloses Kleid, das mir bis zu den Knien reicht, eine gepunktete Schürze darüber und meine hellen Locken sind zu einer Flechtfrisur gebunden und unter einem Kopftuch versteckt. An den Füßen die alten Schuhe der Mutter. Eine Größe zu klein. Braun mit einem kleinen Absatz, damit man nicht zu sehr im Dreck versinkt und einem Riemen mit einer großen Schnalle. Alt sind sie und alt sehen sie aus. Aber Geld für Schuhe ist nicht da und Mutter hat keine Verwendung mehr für Schuhe. Der Weg zur Milchsammelstelle stört mich nicht. Ich kenne härtere Arbeit und zumindest kann man sich im Dorf etwas ausruhen und ein Schwätzchen halten. Auf dem Weg gut nachdenken, ohne dass einem die jüngeren Geschwister am Rockzipfel hingen und mit viel Glück würde ich ihn treffen. Sicher nicht an der Milchsammelstelle, aber vielleicht beim Bäcker. Der Vater hat mir erlaubt Brötchen zu kaufen. Eine Ausnahme, eine seltene dazu. Und ich gedachte mich auf dem Heimweg sehr zu beeilen und so etwas mehr Zeit beim Bäcker zu verbringen, um damit die Chancen, ihn zu treffen zu erhöhen.
„Gut, Lene, das war's, kannst los"
Alle nennen mich Lene. So lange schon, dass ich - die eigentlich Helena heißt - mich selbst schon mit Lene vorstelle, wenn ich nach meinem Namen gefragt werde.....[...]

Jetzt dürft ihr gespannt sein, wie das wohl weiter geht, mit Lilly bzw. Lena.
Bis morgen

Eure Beate

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