Interview/Ruth Adelmann

Hallo ihr Lieben,
es ist Sonntagnachmittag und ich habe wieder eine liebenswerte Autorin zu Gast. Ruth Adelmann, Autorin des Romans „Küss mich tödlich“ aus dem Bookshouse Verlag, wird mir heute Gesellschaft leisten und mir bei Kaffee und Kuchen meine Fragen beantworten.

Hallo liebe Ruth,
ich freue mich sehr, dass du es einrichten konntest, bei mir vorbeizuschauen.
Heute habe ich eine Waldfruchttorte anzubieten. Wahlweise kannst du aber auch etwas anderes bekommen.
Torte klingt gut. Immer her damit ;-) Ach ja, nach dem 2. Stück sollte ich wohl sagen: Danke für die tolle Bewirtung! Und… ähm… Darf ich mir noch ein 3. Stück nehmen, dann für später? *g*

Was mich unheimlich interessiert, wie kamst du darauf, dass Ben ein Assassin ist und im Namen der „Familie“ Entartete tötet?
Ich hatte von Beginn an immer einen jungen Mann im Kopf, der eine Frau beobachtet. Einen Mann, der sich in einer ausweglosen Situation befindet und dagegen ankämpfen möchte. So ist aus Ben dann ein Profikiller geworden, ein Assassin wider Willen. Ich habe mich gefragt: Wie würde ein Mann reagieren, der seit seiner Kindheit dazu erzogen wurde, zu töten, dessen Menschlichkeit aber nie ganz verloren ging, wenn er sich in eine Frau verliebt, die in den Augen seiner Auftraggeber schuldig ist? Daraus entstand das Grundgerüst des Romans.

Ben ist in meinen Augen ein sehr undurchsichtiger Mann gewesen, der skrupellos und brutal tötet. Sarah hat ihn durch ihre sensible Art zu einem anderen Menschen gemacht. Wie ist die Protagonistin Sarah entstanden und warum hast du eine zweite Seite von Sarah, also Lara, entstehen lassen?
Die Frau, also Sarah, müsste schuldig sein, das stand von Beginn an fest und mit einem Vertrauensproblem kämpfen. Also musste Sarah eine sehr schwierige Gabe besitzen, die sie zur Zielscheibe für Bens Auftraggeber „die Familie“ macht. Sarah verkörpert all das, was Ben nicht kennt, aber wonach er sich sehnt: Unschuld, Verwundbarkeit und eine Frau, die ihn braucht und ihm das Gefühl gibt, gut zu sein. Für mich stand vor allem die Charakterentwicklung der beiden Hauptfiguren Ben und Sarah im Zentrum. Ben macht diese unglaubliche Entwicklung von skrupellosen Killer zum liebenden Mann durch. Und Sarah sollte lernen, ihre eigene Stärke zu finden, ohne sich dabei selbst zu verlieren. Dieser Weg gelang nur durch eine schmerzhafte Trennung und Sarahs Flucht in eine neue Identität. Vertrauen in sich selbst und zueinander ist, ebenso wie Liebe, nicht immer leicht, vor allem nach den Geschehnissen, die Ben und Sarah überwinden mussten. Davon wollte ich erzählen.

Wie entstehen denn deine Ideen zu einem Buch? Trägst du auch immer ein Notizblock mit dir rum?
Wenn ich gerade an einem Manuskript arbeite, habe ich immer ein Notizbuch bei mir – Moleskinefetischistin outet sich an dieser Stelle ;-) –
Meine bisherigen Romanideen entstanden immer durch Bilder oder Träume, die mich nicht mehr loslassen, durch Fragen oder Probleme, die mich beschäftigen. An Ideen und Plots mangelt es nicht. Alleine die Zeit, um ein Manuskript zu durchdenken, recherchieren und zu schreiben, ist für berufstätige Autoren wie mich, und viele andere tolle Kolleginnen auch, die eigentliche Herausforderung.

Zurzeit läuft  eine Leserunde bei Lovelybooks von deinem Buch. Warst du aufgeregt, wie die Leser dein Buch finden werden? Wie gehst du denn mit Kritik um?
Aufgeregt? Natürlich. Es ist immer fantastisch, wenn man als Autor die Begeisterung und die Empfindungen der Leser auf unmittelbare Weise mitverfolgen kann. Die Leserunde verschönert mir oft den Tag. Aber natürlich schwingt auch die Angst vor Kritik und Ablehnung mit. Doch auch wenn Kritik manchmal schwer zu verdauen ist, können konstruktive Meinungen helfen. Ich versuche, professionell zu bleiben, auch wenn es manchmal nicht leicht ist.

Einer meiner Lieblingsfragen: Wen könntest du dir als Schauspieler für Ben und Sarah vorstellen?
Bei Ben ist die Frage leicht zu beantworten, da mir oft eine grauäugige Version von Henry Cavill – Pre Superman – im Kopf herumspukte. Es gibt sehr viele talentierte rothaarige Schauspielerinnen, aber keine von ihnen wäre meine Sarah. Der arme Castingdirector unserer fiktiven Verfilmung würde meinetwegen ausflippen, weil ich eine sehr genaue Vorstellung von Sarah habe und jeden Besetzungsvorschlag kippen würde.
PS.: Da hätten wir sie wieder, die anspruchsvolle Autorin ;-)

Ich habe durch Zufall „barbaras Bücher blog – Die onlineBücherzeitung“ gefunden, in der ein sehr schöner Bericht über dich steht. Du scheinst in Österreich sehr erfolgreich zu
sein, mit all deinen Bücher. Gibst du dort sehr viele Lesungen, auch zu deinen anderen Büchern?
Der Bericht von Barbara Lechner ist ganz besonders schön geworden. Als gute Freundin kennt sie mich und meine Arbeit gut genug, um einen sehr 
persönlichen Artikel verfassen zu können. Im Sinne der Wahrheit, muss ich zugeben, dass ich etwas mehr Resonanz aus Deutschland erhalte. Ich freue mich über den bisherigen Erfolg meiner Bücher, den ich als klein aber fein beschreiben würde ;-) Die Lesungen für meine Bücher fanden bisher immer in meiner Heimat auf dem Land statt, da dort die Leute unmittelbar mit mir und meinen Büchern verbunden sind. Traditionell immer zur Buchveröffentlichung. Ich habe auch eine Lesung in Wien zu Wolfsfieber gemacht – im Rahmen einer Buchaktion.

Wie kamst du denn zum bookshouse Verlag?
Werden wir noch mehr Bücher bei bookshouse von dir in Zukunft finden?
Den bookshouse Verlag habe ich durch Umwege gefunden, worüber ich sehr, sehr froh bin. Auf der Suche nach einem Verlag oder einem Agenten bekam ich wie üblich sehr viele Absagen und eine positive Rückmeldungen von einer Agentur, die am Ende aber doch nicht das Wagnis mit mir eingehen wollte. Da ich den Sieben Verlag und seine tollen Autoren kenne, habe ich dort angefragt, auch wenn ich wusste, dass „Küss mich tödlich“ nicht ganz zu ihrem Programm passt und entdeckt, dass sie mit einem Partnerverlag zusammenarbeiten, der gerade im Aufbau war: bookshouse. Der tolle junge Verlag hat mich und mein Buch unter Vertrag genommen und gemeinsam haben wir „Küss mich tödlich“ den letzten Schliff verpasst, worüber ich mich sehr freue.

Derzeit ist leider aus beruflichen Gründen die Arbeit an einem Manuskript sehr schwierig. Doch im Herbst möchte ich ein oder zwei vorhandene Plots ausarbeiten und wir werden sehen, was daraus wird… ;-)

Werden wir in Zukunft auch Lesungen in Deutschland von dir zu hören bekommen?
Im Moment leider nicht, da es sich zeitlich und durch die Entfernung kaum ausgeht. Es würde mich aber sehr freuen, wenn es dazu käme.

Im Oktober findet, wie du bestimmt weißt, die Frankfurter Buchmesse statt, bei der ich auch zugegen sein werde. Werde ich dich dort auch finden?
Ich habe im Oktober Urlaub genommen, um an einem Manuskript zu arbeiten, deshalb werde ich dieses Jahr nicht auf der Frankfurter Buchmesse sein. Aber ich wünsche allen Buchverrückten wie uns ;-) sehr viel Spaß dort!

Jetzt habe ich eine sehr neugierige Frage: Du hast wunderschöne Bilder von dir machen lassen, auch in Bezug auf  „Küss mich tödlich“. War das deine Idee, solch wunderbar, sinnliche Bilder von dir ablichten zu lassen?
Danke für das nette Kompliment ;-) – wird jetzt mal rot…
Dabei waren der Zufall und die Leidenschaft eines sympathischen Fotografen am Werk. Durch ein Projekt in der Arbeit habe ich einen Fotografen kennengelernt, der gerne Motto Aufnahmen mit mir für sein Portfolio machen wollte – erstmals war meine Blässe von Vorteil –
und als er erfahren hat, dass ich Autorin bin, hat er vorgeschlagen eine Fotostrecke mit Autorenbildern und Themenbildern für mein neues Buch „Küss mich tödlich“ zu shooten. Das Ergebnis und die tollen Ideen von Michael Jeuter – Fotografie mit Leidenschaft kann man auf meinem Blog ansehen, wenn man möchte.

Durftest du am Cover deines Buches mitreden?
Ich habe meinen grundsätzlichen Covergeschmack beim Verlag anklingen lassen und der hat mit seinem Entwurf zu „Küss mich tödlich“ genau ins Schwarze getroffen. Da musste ich nicht viel mitreden. Bookshouse hat einfach tolle Arbeit mit dem Cover geleistet.

Du hast vor „Küss mich tödlich“ beim novum Verlag 2 Bücher herausgebracht. „Wolfsfieber Band 1 & 2“.
Mit diesen Büchern hast du dein Debüt als Autorin gefeiert. Welches Gefühl war das, dein erstes Buch in den Händen zu halten?
In einem Wort: Unbeschreiblich! Seine eigene Idee, seine geschriebenen Worte in Form eines Buches in Händen zu halten, ist einfach der Hammer!

„Wolfsfieber 1 & 2“ sind Fantasyromane. Was macht dir denn mehr Spaß, paranormale Romance oder Fantasybücher?
Ob Romantic Fantasy oder Paranormal Romance, ich habe einfach Spaß daran, eine Geschichte zu erfinden, Charaktere zu formen und zu schreiben. In „Wolfsfieber“ nahm das Übernatürliche mehr Raum ein als in „Küss mich tödlich“, aber ich könnte mir, auch wenn ich immer Fantasy/ Paranormal lesen
und schreiben möchte, für die Zukunft auch vorstellen, in andere Genres zu wechseln, wie z.B.: Liebesromane oder Erotic Romance. Im Zentrum stehen für mich immer die Figuren und ihre Beziehung zueinander. Eine gelungene Charakterentwicklung ist für mich das Herz jedes Romans, egal in welchem Genre er zu Hause ist.

War es denn schon immer dein Wunsch Autorin zu werden?
Ein Kindheitstraum, ja, auch wenn ich mir das lange nicht zugetraut habe, weil mich meine eigene Angst blockiert hat. Und viele Versuche sind gescheitert oder von mir gar nicht erst richtig angegangen worden. Erst als ich die Idee zu „Wolfsfieber“ hatte, habe ich zu mir selbst gesagt: Scheiß drauf! Ich kann gar nicht anders, als diese Geschichte zu schreiben, auch wenn nichts daraus wird, sie nie jemand sieht: Ich muss das schreiben. Punkt.

Gibt es bei dir auch Schubladenbücher?
Oh Gott, das sollte ich verneinen, aber da ich diesen abartigen Wahrheitsfimmel habe, gebe ich es zu, ja. Da gibt es zwei Entwürfe aus meiner Teenagerzeit, die ich mir mal vor einem Jahr angesehen habe und kurz über mich selbst schockiert war. Einerseits war der eine Entwurf richtig mutig – Die Arroganz der Jugend ;-) – und andererseits war der zweite so dermaßen peinlich, dass dieser Möchtegern-Krimi niemals jemanden unter die Augen kommen darf *g*

So, am Schluss noch ein paar andere Fragen:

Wenn du jetzt sofort verreisen dürftest wohin ginge die Reise?
New York, Dublin, Paris, London, Berlin, Rom und Budapest, je eine Woche mit meiner Spiegelreflexkamera und einem Notizbuch für jede Stadt. Und jede Stadt würde mich für ein oder zwei Bücher inspirieren.

Kino oder Theater?
Kino. Ich mag zwar das Theater, aber am Ende bin ich ein Cineast!

Liebe Ruth, du hast es geschafft. Ich hoffe, dass es dir genauso viel Spaß gemacht hat wie mir und natürlich meinen Lesern.
Es war wirklich schön dich bei mir gehabt zu haben. Vielen lieben Dank dafür.
Ich wünsche dir für die Zukunft noch mehr tolle Bücher zu schreiben, das du gesund bleibst und bleib so wie du bist.

Ich bedanke mich! Das Interview hat Spaß gemacht. Und du, liebe Beate, darfst mich immer wieder gerne ausfragen ;-)
Ich nehme mir jetzt noch einen Kuchen für später mit, lasse eine Flasche Sekt für dich da, und wünsche dir und deinen Lesern nur das Beste!

Ihr Lieben da draußen. Vielen Dank für euer Interesse an diesem Gespräch.
Wenn ihr noch mehr über Ruth Adelmann erfahren möchtest könnt ihr dies unter folgenden Links:

Ich wünsche euch allen noch einen schönen Sonntag


Eure Beate










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