Sonntag, 20. Oktober 2013

Interview/Rike Stienen

Hallo meine Lieben,

ich darf euch wieder herzlich willkommen heißen, hier bei mir in meinem Wohnzimmer zusammen mit der Autorin Rike Stienen.
Wie versprochen, habe ich heute einen leckeren Pflaumenkuchen gebacken. Da es draußen schon sehr kalt geworden ist habe ich uns Glühwein gemacht.  Ich habe aber auch normalen Kaffee oder Tee anzubieten.

Liebe Rike, dann würde ich sagen, dass ich einfach mal mit meinen Fragen beginne.

Ich habe bei deinen Romanen festgestellt, dass meistens die Frauen raus aus ihrem alten Leben wollen oder zwangsläufig ihr Leben ändern müssen.  Die Protagonisten gehen dadurch neue Wagnisse ein. Ist das ein Thema, über das du gerne schreibst?
 Erst einmal ganz herzlichen Dank für die nette Einladung und den himmlischen Pflaumenkuchen :-)
Zu Deiner Frage: Ja :-) Ich habe in meinem bisherigen Leben viele Frauen kennengelernt, die unzufrieden mit ihrem Leben sind, aber Angst vor Veränderung haben und deshalb in ihrem alten Trott verbleiben. Darum beschäftigt mich dieses Thema, und ich möchte in meinen Büchern solchen Frauen Mut machen. Manchmal werden einem auch Veränderungen aufgezwungen, die man im ersten Moment als negativ einstuft. Das muss jedoch nicht sein. Wo eine Tür zufällt, geht die nächste wieder auf.

Wie entstehen eigentlich Deine Geschichten? Woher holst du deine Inspiration?
Erfahrungen, Erlebnisse, Familie, Freunde und vor allem besondere Orte inspirieren mich zu meinen Geschichten. Eine schöne Kulisse ist für mich wichtig. Ich lasse daher meine Protagonisten gern an romantische Plätze reisen. So lernen die Leser entweder etwas Neues kennen oder haben Aha-Erlebnisse, wenn sie bereits selbst dort waren.

Wie ist das bei dir, hast du auch ein Notizblock bei dir, wenn du unterwegs bist, falls dir eine Idee zum laufenden Buch einfällt?
Nein, ich habe keinen Notizblock dabei, allein schon deswegen, um mein Gedächtnis zu trainieren. Wenn mir unterwegs etwas einfällt, landet das sofort zuhause im PC  in meiner Ideensammlung.

Hast du erst die Geschichte im Kopf oder hast du schon die Protagonisten vor dir und du brauchst nur noch die Geschichte für sie?
Bisher waren es Orte, an denen ich unbedingt eine Geschichte spielen lassen wollte. Bei meinem neusten Buch handelt es sich um einen Fortsetzungsroman, bei dem also die Protagonisten schon bekannt waren. Den groben Verlauf des Romans weiß ich von Anfang an, aber ich lasse meinen Figuren auch Freiraum, sich zu entwickeln. Manchmal überraschen sie mich selbst und handeln ganz anders als ursprünglich geplant.

Hast du auch, wie einige deiner Autorenkollegen, einen festen Arbeitsplatz, an dem du arbeitest oder eine bestimmte Zeit am Tag?
Ja, ich habe ein Arbeitszimmer mit Blick in den Garten. Im
Sommer wandert dann bei schönem Wetter der Laptop mit nach draußen. Ganz starre Arbeitszeiten habe ich nicht, aber ich schreibe am liebsten am Vormittag, wenn der Kopf noch frei ist.

Du hast mittlerweile 3 Romane geschrieben und du schreibst Kurzgeschichten. Was persönlich liegt dir denn mehr?
Ich schreibe beides gern, wobei ich es schwieriger finde, eine Kurzgeschichte zu schreiben. Hier habe ich meistens eine vorgeschriebene Länge, die es einzuhalten gilt. Bei Romanen dürfen es schon mal einige Seiten mehr oder weniger sein. In einer Schreibgruppe habe ich jahrelang einmal im Monat eine Kurzgeschichte zu einem bestimmten Thema geschrieben, die nicht länger als drei Seiten sein dürfte. Das war eine tolle Übung. Direkt im Anschluss haben wir uns die Geschichten gegenseitig vorgelesen und darüber diskutiert.
 
Gab es in Deiner Kindheit ein Vorbild, der Dich motiviert hat Romane zu schreiben?
Oh ja, das waren die Reihen von Enid Blyton (Fünf Freunde), Else Ury (Nesthäkchen) und Magda Trott (Pucki)

Welches Genre liest du eigentlich gerne?
Am liebsten lese ich auch zeitgenössische Frauenliteratur, allein schon deshalb, um die Konkurrenz kennenzulernen und im Auge zu behalten :-)

Kannst du dir vorstellen in einem ganz anderen Genre zu schreiben?
Ich versuche mich seit Jahren an einem Krimi, aber mir kommt immer ein Liebesroman dazwischen, der es verhindert, das ich ihn mal fertig schreibe.

Gibt es ein Buch, das du gerne geschrieben hättest?
Genial finde ich die Karl May Reihe.

Hattest du in deiner Kindheit auch schon Geschichten geschrieben, die jetzt in einer Schublade liegen?
Überhaupt nicht. Ich habe nur auf Reisen ein Tagebuch geführt und muss heute herzhaft lachen, über das, was mir damals wichtig erschien.

Wie hatte es sich denn angefühlt, als du deinen ersten Vertrag zu einem Buch in der Tasche hattest? Und was war es für ein Gefühl, das Buch dann in den Händen zu halten?
Damit ist natürlich ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen, und das erste Buch in Händen zu halten, war natürlich ein ganz besonders gutes Gefühl. In der Familie wird solch ein Ereignis inzwischen jedes Mal gebührend gefeiert.

Wie lange brauchst du in der Regel bis dein Buch fertig gestellt ist?
3-6 Monate, je nach Vorlage. Bei „Liebe auf Bestellung“ ging es schneller, da ich die Geschichte zuvor schon sehr detailliert als Film geschrieben hatte.

Du hast bevor du Autorin geworden bist als Rechtsanwältin gearbeitet. Was hat dich denn dazu erwogen, den Beruf aufzugeben und dafür Bücher zu schreiben?
Den Anwaltsberuf gab ich in erster Linie wegen meiner Kinder auf. Da man in diesem Beruf nicht nur am Schreibtisch sitzt, sondern oft lange Wege zu Gerichtsverhandlungen auf sich nehmen muss und dies viel Zeit kostet, ließ sich das mit meinen Vorstellungen von Kinderbetreuung nicht mehr vereinbaren. Ganz habe ich die Juristerei dennoch nicht an den Nagel gehängt. Ich war als Mediatorin tätig und hatte bis Ende letzten Jahres noch eine Schlichtungsstelle.
Du hast eine Ausbildung zur Drehbuchautorin absolviert. War das schon immer dein Traum zum Fernsehen zu kommen und Drehbücher zu schreiben?
Film und Fernsehen haben mich schon immer fasziniert, aber ich habe mir über die verschiedenen Berufe, die es dafür gibt, nie große Gedanken gemacht. Erst als eine meiner Töchter kleine Rollen fürs Fernsehen spielte und ich die Drehbücher las, erwachte in mir der Wunsch, dies auch lernen zu wollen.

Hättest du schon Schauspieler in deinem Kopf, die die Protagonisten deiner Bücher spielen dürften, wenn eins davon verfilmt werden sollte?
Für „Liebe auf Bestellung“ Diana Ampft und Matthias Schloo. Für „Ein Sixpack zum Verlieben“ fehlt mir noch ein entsprechender Sixpackboy, aber vielleicht mag ja jemand von den Chippendales mitspielen :-) Als weibliche Protagonistin fände ich Sophie Schütt gut. Für „Kein Traumprinz ist einer zu wenig“ ist mir noch niemand Konkretes eingefallen.

Beschreibe dich bitte mal mit 5 Worten?
Zuverlässig, romantisch, gartenaffin, zu gutmütig, kommunikativ.

So liebe Rike, ich danke dir, dass du dir Zeit für mich genommen hast. Ich hoffe, du hast dich wohl gefühlt.
Ich danke für das nette Plaudern und nochmals für den sensationellen Pflaumenkuchen :-)

Ihr Lieben, das war es mal wieder. Jetzt wissen wir alle ein wenig mehr über Rike.

Wer natürlich jetzt neugierig geworden ist und noch mehr über die charmante Autorin erfahren möchte kann dies mit diesen Links:

Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag und einen guten Start in die Woche.

Eure Beate 

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