Mittwoch, 16. Dezember 2015

[Blogtour] Blogtour "Liebe italienisch gewürzt" von Gianina Baloff - mein Thema: "Multikulturelle Liebe"



Hallo ihr Lieben und willkommen zur Blogtour "Liebe italienisch gewürzt". Gestern durftet ihr ja schon bei Diana von BuchBria die einzelnen Charaktere kennen lernen.
Ich erzähle euch heute etwas über die multikulturelle Liebe, die im Buch eine wirklich große Rolle spielt.

Was bedeutet denn über haupt "multikulturelle Liebe"?
Jeder, der einen Partner aus einer anderen Kultur hat, führt eine multikulturelle Beziehung. Das Modewort "multikulturell" wird jedoch zumeist dann gebraucht, wenn es darum geht, dem Zusammenleben verschiedener Kulturen einen lockeren, bunten Anstrich zu geben. Es betont das Vermischen der Kulturen, das friedliche, bereichernde Miteinander. Als landläufige Assoziationen bieten sich Bilder an, die so plakativ und rührend sind wie das Wort selbst, etwa der Asia-Laden neben der Pizzeria oder die Moschee neben der katholischen Kirche. Eine solche friedliche Koexistenz symbolkräftiger Gebäude oder kulinarischer Besonderheiten ist jedoch etwas anderes als eine Multikulturelle Ehe, in der zwei Welten sich vier Wände und ein Dach teilen. Selbst wenn beide Partner dieselbe Sprache sprechen und im selben Land, vielleicht sogar in derselben Stadt geboren sind, ist das Konfliktpotential aufgrund divergierender Rollenverständnisse, Werte oder gesellschaftlicher Bindungen vergleichsweise höher, als wenn beide die gleichen kulturellen Wurzeln haben. Hat ein Partner sein Heimatland und soziales Umfeld verlassen, um eine Multikulturelle Ehe zu führen, ist vor allem die Anfangszeit kompliziert: Neben den rechtlichen Hürden und Behördengängen müssen die Herausforderungen des gemeinsamen Alltags gemeistert werden, die oft vorher nicht geübt werden konnten. Gerade in der sensiblen Anfangszeit stoßen binationale Partnerschaften zudem oft auf Skepsis oder Ablehnung von Seiten der Familien oder im Freundeskreis, vor allem, wenn ein Partner die Sprache noch nicht spricht oder die kulturellen Unterschiede deutlich wahrzunehmen sind.

Multikulturelle Beziehung: Wo die Liebe hinfällt, muss das Verständnis noch wachsen
Seit jeher hat das Fremde auf den Menschen eine hohe Anziehungskraft. Dazu kommt, dass Liebe imstande ist, alle Grenzen zu überwinden. Allerdings vermischen sich Kulturen wesentlich langsamer, als Menschen sich gegenseitig anziehen oder ineinander verlieben. Denn dieser Vermischungsprozess setzt das behutsame, freiwillige und schrittweise Öffnen von Grenzen voraus, die zu den stärksten und wichtigsten überhaupt gehören. Und auch nach dem Öffnen der Grenzen werden sich die weiten Gebiete dahinter nie vollständig "erobern" oder einander gleichmachen lassen. Selbst nach Jahren der Ehe leben multikulturelle Paare nur vordergründig in einer gemischten Kultur, tatsächlich jedoch in drei Kulturen: Jeder Partner hat eine mitgebracht, und gemeinsam wird eine neue erbaut und mit Leben gefüllt. Diese Aufgabe ist spannend und anspruchsvoll, denn sie fordert das Beste im Menschen. Funktionierende binationale Partnerschaften und binationale Familien gründen ihr Glück darauf, täglich zu praktizieren, was Soziologen und Eheberater für jede zwischenmenschliche Beziehung empfehlen: Toleranz, grenzüberschreitendes Denken, Großzügigkeit, Geduld und Kreativität in der Organisation des Alltags. Jedoch ist es nicht leicht, jede Schwierigkeit und neue Herausforderung immer nur als Chance zu sehen, konstruktiv umzusetzen und daran zu wachsen. Ebenso menschlich ist es, an schwachen Tagen den Kopf in den Sand stecken oder einfach davonrennen zu wollen.

Vorurteile: Am besten ganz gelassen ernstnehmen
Wer sich für eine Partnerin oder einen Partner aus einer anderen Kultur entschieden hat, lernt spätestens jetzt die reichhaltige Palette der Vorurteile kennen, die sich an die Kultur des jeweiligen Herkunftslandes knüpfen. Auf jeden Mann, der eine asiatische Frau heiratet, warten hunderte süffisanter oder abfälliger Sprüche, ebenso auf eine Frau, deren Partner aus Afrika stammt. Überwiegend sorgenvoll sind die meist sogar gutgemeinten Ratschläge für Christen, die Muslime heiraten - und umgekehrt. Manche Klischees haben einen wahren Kern, andere sind aus Unwissenheit geboren oder werden zur gezielten Meinungsbildung propagiert. Außerdem gibt es in allen Kulturen der Erde so viele Menschen, dass nach den Gesetzen der Statistik immer genug vorhanden sein werden, auf die alle Vorurteile zutreffen. In einer Paarbeziehung geht es jedoch nicht um Völker, sondern um zwei Menschen. Wer eine Multikulturelle Ehe eingeht, hat es in puncto fremde Kultur mit seinem Partner zu tun, dessen Familie und deren Art, ihre Kultur und Religion zu leben. Darüber sollten beide schon vor dem Zusammenziehen ohne Tabus und ohne rosa Brille gesprochen haben, denn wenn Wertvorstellungen und Erwartungen in wichtigen Bereichen zu stark divergieren, sind Konflikte vorprogrammiert. Die Gretchenfrage sollte nicht erst nach der Hochzeit gestellt werden, ebenso wenig wie die nach Rollen- und Geschlechterverständnis des zukünftigen Partners, Kinderwünsche, Familienverantwortungen oder finanziellen Vorstellungen.


Das Gewinnspiel:


1. Preis:
 2 signierte Taschenbücher



2. Preis:
2 Überraschungskörbe zum Thema Italien

Was müsst ihr tun, um die tollen Preise zu gewinnen?

Beantworte mir einfach folgende Frage: 
Was haltet ihr von multikulturelle Beziehungen?

Ich hoffe, dass euch mein Beitrag gefallen hat und wünsche euch noch viel Spaß bei der Blogtour.

Eure Beate

Teilnahmebedingungen
Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
Das Gewinnspiel wird von CP - Ideenwelt organisiert.
Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
Das Gewinnspiel endet am 19.12.2015 um 23:59 Uhr.

Kommentare:

  1. Sonjas Bücherecke16. Dezember 2015 um 11:40

    Hallo Beate,

    tolle Blogtour, die von Tag zu Tag mehr Lust auf das Buch macht.
    Zu deiner Frage: Durfte ich in der eigenen Familie. Meine Tante (die leider schon verstorben ist) war mit einem Äypter verheiratet. Und das war vor 40 Jahren zu heute noch ein größerer Unterschied. Wir waren als Kinder von unserem Onkel Ali immer total begeistert. Er hat uns ein fremdes Land und eine fremde Kultur nähergebracht.

    Liebe Beate, ich wünsche dir wunderschöne Weihnachten.
    Liebe Grüße
    Sonja

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  2. Hey,

    ich glaub ja, dass "multikulturell" nur ein Aspekt von ganz vielen ist. Unterschiedlich sind Partner in einer Beziehung eh, bei den meisten Beziehungen ist ein viel größerer Unterschied, dass Mann und Frau miteinander klarkommen müssen. Nicht umsonst können sich mit den daraus resultierenden Problemen ganze Herrscharen von Comedians ihren Lebensunterhalt verdienen.

    Liebe Grüße, Samuel
    info@win-com.de

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  3. Hallo,

    eine multikulturelle Beziehung kann sicher eine Bereicherung sein, weil man hautnah Einblicke in andere Kulturen bekommt.

    LG
    SaBine

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  4. Hallo ,

    Toller und interessanter Beitrag . Vielen Dank.
    Ich glaube das eine multikulturelle Beziehung nicht einfach
    ist aber wenn beide es wollen und die Liebe stark genug ist kann auch eine
    multikulturelle Beziehung funktionieren.

    Liebe Grüße Margareta
    margareta.gebhardt@gmx.de

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  5. Hallo,

    ganz aktuell: Meine Tochter hat seit kurzer Zeit einen syrischen Flüchtling als Freund. Und obwohl er zudem noch Moslem ist, haben wir ihn sehr gerne in unserer Familie aufgenommen, denn er ist zudem auch mein allerbester Freund. So unternehmen wir auch viel zusammen, treffen uns täglich. Selbst in die Kirche geht der junge Mann gerne. Früher hatten wir immer Bedenken, bezüglich multikultureller Beziehungen, doch einen besseren Freund könnte unsere Tochter kaum haben - er ist aufmerksam - trägt sie auf Händen, ist liebevoll, sieht verboten gut aus, ist sehr intelligent (unter den Top 10 der besten Studenten an seiner Uni - ich bin so stolz auf diesen tollen Menschen).

    Arabisch versteht bei uns zwar keiner, und so flüssig und perfekt wie unser Freund werden wir wohl nie englisch sprechen können, aber zum Glück klappt es täglich besser mit der Verständigung auf deutsch.

    Die Verköstigung ist ein kleines Problem, das aber durchaus lösbar ist. Meinen Kartoffelsalat findet er "tasty", Fischstäbchen gibt es auch oft im Flüchtlingsheim (wo wir auch oft zu Gast sind)und Tee tranken wir selbst schon immer gerne. Plätzchenbacken, deutsche Weihnachtslieder, deutsche Popsongs, Fußballspielen mit Einheimischen - ich würde sagen, die Integration ist gelungen. Und wir hoffen, dass diese Beziehung für immer hält, denn nach seiner Gefangenschaft durch den IS, der Zerstörung der Heimat, und den Verlust mehrerer Angehöriger möchte unser Freund nie mehr in seine Heimat zurückkehren.

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama
    Cappuccino-Mama@onlinehome.de

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  6. Hallo Beate,
    ein sehr informativer Beitrag, lieben Dnk dafür.
    Ich finde jeder sollte selber für sich entscheiden, ob eine solche Beziehung für einem persönlich etwas ist. Wenn man sich verliebt, spielt die Kultur keine Rolle wie ich finde. Doch gibt es für mich schon Kulturen, mit denen ich mich selber nicht identifizieren kann, wo es bestimmt zu einigen Problemen führen könnte. Dennoch bin ich offen für alles und würde mich gegen eine multikulturelle Beziehung nicht wehren. Doch finde ich auch, dass es bei einigen Konstellationen nicht gerade einfach ist.

    Liebe Grüße
    Kati

    (Katis-Buecherwelt@outlook.de)

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  7. Huhu! :)

    Beziehungen sind ja generell schon etwas tolles, sofern man den richtigen Partner gewählt hat. Aus welchem Umfeld dieser dann kommt, ist meist eher Nebensache. Wenn man allerdings einen Partner mit einem anderen kulturellen Background gefunden hat, der einen selbst interessiert, dann finde ich das natürlich noch besser, denn schließlich kann viel voneinander erfahren und lernen. Meine Mitbewohnerin hat zum Beispiel einen gebürtigen Brasilianer als festen Freund und sie kann sogar schon ein wenig Portugiesisch und reist mit ihm auch heuer das erste Mal über Weihnachten in seine Heimat. Toll, oder? :D

    Liebste Grüße
    Nina ♥♥♥

    bookblossom@yahoo.com

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  8. Hallo,

    ich finde, dass ein keinerlei Unterschied macht, aus welchen Kulturen die Partner kommen, solange sie einandern vertrauen und sich lieben ;)

    LG

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