Sonntag, 7. Juli 2013

Interview/Sabine Bürger (bookshouse)

Hallo ihr Lieben,

ich hoffe, dass euer Wochenende bisher erholsam war.
Heute, an diesem wunderschönen Sonntagnachmittag habe ich wieder eine bookshouse-Autorin an meiner Seite. Sie hat Anfang des Jahres ein ganz tolles Kinderbuch veröffentlicht, dass von Jung und Junggebliebenen gleichermaßen gelesen wird. Die Rede ist von Sabine Bürger.
 
Hallo liebe Sabine,
es ist schön, dass du es einrichten konntest mir bei einer Tasse Kaffee und hoffentlich einem leckeren Stück Erfrischungstorte mit Mandarinen Gesellschaft zu leisten. Nimm doch bitte Platz und lass es dir gutgehen.

Guten Tag liebe Beate und herzlichen Dank für deine Einladung. Es freut mich sehr, hier auf deiner originellen Couch zu sitzen. Reichst du mir bitte noch das Kissen. Dankeschön, so ist es besser. Oh, und die Torte - ein Traum Beate. Genau das Richtige für mich. Du musst wissen, dass ich bei Kuchen kaum widerstehen kann, leider. 
Na, dann greif zu und lass es dir schmecken. 
Hm, echt lecker, die eingebetteten Mandarinen! 
Na, dann mal los Beate.

Dein Kindheitstraum war es immer Autorin zu werden. Dann hattest du geheiratet, eine Familie gegründet und bist berufstätig gewesen.
War der Traum, sich einmal eine Autorin nennen zu dürfen und deine Fantasien in Bücher zu schreiben damals, komplett verschwunden, da du ja trotzdem viel gelesen hast?
 Wenn ich ehrlich bin, ja. Niemals hätte ich damit gerechnet, dass meine Manuskripte veröffentlicht würden. Füllten sie doch seit Jahrzehnten meine Schreibtischschublade. Geschichten, Gedichte, Trauriges, Lustiges - alles was mich berührte, interessierte oder fesselte habe ich manchmal nach einem langen Arbeitstag aufgeschrieben. Zeit hatte ich ja nur, wenn meine drei Kinder endlich im Bett waren. Natürlich habe ich mich damals nicht als Autorin gesehen, eher als eine, die sehr gerne liest und ihre eigenen Einfälle unbedingt aufschreiben muss. Lesen und Schreiben waren für mich niemals Arbeit, sondern ein wunderbarer Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag.

Du hattest vor Jahren an einem Fernkurs teilgenommen, in dem du gelernt hast, wie man einen Roman schreibt. Woher kam diese Idee? Ich habe es noch nicht sehr oft gelesen, dass Autoren, derartige Kurse besuchten?
Das hatte sich irgendwie folgerichtig entwickelt, nachdem einige Freunde und Kollegen, überrascht und angetan von meinen Geschichten, die ich in weinseliger Laune zum Besten gegeben hatte, mir rieten, diese einem Verlag anzubieten. Darüber war ich eher erschrocken. Aber die Idee war auf dankbaren, fruchtbaren Boden gefallen. Meine „Werke“ bekamen plötzlich eine andere Dimension – und bei näherem Hinsehen fand ich sie grottenschlecht. Trotzdem war mein Ehrgeiz geweckt. In Hamburg fand ich eine Schule, die mich fast drei Jahre ermutigte und meine Schreibversuche in die richtigen Bahnen lenkte. Dazu muss ich sagen, dass ich trotz vieler negativer Berichte über derartige Schulen nur beste Erfahrungen gemacht habe. Außerdem weiß ich von vielen Autoren, die ähnliche Kurse und Schulen besucht haben. Klar muss Talent vorhanden sein, Liebe zum geschriebenen Wort auf jeden Fall, aber wie man das richtig zu Papier bringt, das kann man lernen – wie fast alles im Leben.

Ich habe entdeckt, dass du auch tolle Kurzgeschichten schreibst.
Wie kam es denn dazu, dass die Zeitschrift „Auf einen Blick“ Kurzgeschichten von dir veröffentlicht?
Gefallen sie dir? Ach, das freut mich wirklich, Beate. Bis heute schreibe ich sehr gerne kleine Geschichten. Auch wenn es anders ist, als ein Buch zu schreiben. Der Text muss in vorgeschriebene Zeichenzahlen passen. Einleitung fällt aus. Du kommst sofort zur Sache. Trotzdem ist alles vorhanden. Der Leser muss das Gefühl haben, einen gesamten Roman gelesen zu haben, hat mein damaliger Agent erklärt. Ihm verdanke ich es auch, dass meine Love-Storys und Kurzkrimis vermittelt wurden. An den Bauer und Kelter Verlag zum Beispiel.

Hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, deine Geschichten und auch Gedichte, in ein Buch zu stecken?
Das wäre schön, aber mir ist schon bekannt, dass Gedichte gern gelesen, aber kaum gekauft werden. In unserer technisierten Zeit gibt es für Lyrik  einfach keinen Markt mehr. Bei Geschichten läuft das anders. Einige könnte ich mir sehr gut in Anthologien oder einem kleinen Band vorstellen. Besonders liebe ich schwarzen Humor. Vielleicht interessiert sich irgendwann  ein Verlag dafür.

Seit der Veröffentlichung deines Fantasybuches „Hexenkinder – Das Fenster in die Vergangenheit“ hat sich dein Leben bestimmt
ein stückweit verändert.
Wie ich von dir erfahren habe, gibst du sehr viele Lesungen in Schulen. Wie wird denn die Geschichte deines Buches von den Kindern angenommen und welche Altersgruppe nimmt denn an deinen Lesungen in den Schulen teil?
Du wirst lachen Beate, aber so viel hat sich gar nicht in meinem Leben geändert. Seit Mitte der neunziger Jahre schreibe ich. Meine Schulaufsätze bzw. andere Übungen vor gaanz langer Zeit lassen wir mal außen vor. Ab 2009 folgten Kurzgeschichten, zwischendurch die Hexenkinder. Schreiben bestimmt schon lange meinen Alltag. Emotional ist das was ganz anderes. Es ist ein freudiger Schock, wenn du tatsächlich einen Verlag für dein erstes größeres Projekt findest! Ich konnte es kaum glauben und habe Rotz und Wasser geheult. *fast peinlich in meinem Alter* Noch heute bin ich Anita Friedrich vom Aaronis Verlag unendlich dankbar für ihre Zusage. Das Glück verließ mich auch weiter nicht, ich wurde vom bookshouse Verlag übernommen, meine Hexenkinder erschienen und ja, das ist tatsächlich neu, seitdem habe ich neunmal für Kinder gelesen. In Grundschulen und Gymnasien von der vierten bis zur siebten Klasse. Wie soll ich das beschreiben – Atemlose Stille, leuchtende Augen, spontanes Klatschen und „Zugabe“ Rufe. Ein ungemein befriedigendes und schönes Erlebnis. Es ist einfach nicht wahr, dass Kinder nicht mehr lesen. Wir müssen nur nicht aufhören, ihre (zugegeben) etwas verschüttete Liebe zu Büchern, wieder auszugraben.    

In deinem Buch sind die Protagonisten noch sehr jung. War das von Anfang an so gedacht oder ergab sich das während des Schreibens?
Es war von Anfang an so geplant. Vielleicht als kleine Liebeserklärung an meine sechs Enkelkinder, von denen nur der Älteste nicht mehr zur angesprochenen Altersgruppe gehört. Sie legten meinen Protagonisten förmlich die Dialoge in den Mund. Unverkrampft, ehrlich, direkt und manchmal auch ein wenig frech. Deshalb läuft meine Geschichte ab und an aus dem Ruder, wird anders als vorgesehen. Kinder sind spontan. Sie haben ihren eigenen Kopf. Da rennst du als Autor deiner eigenen Geschichte hinterher. *lach*

Während des Schreibens in deinem Buch geht es um Hexenverbrennungen. Ist das nicht ein heikles Thema für diese Altersgruppe?
Nein, das finde ich nicht. Während der Lesungen bin ich gerade zu diesem Thema häufig angesprochen worden. Kinder sind von den Grausamkeiten damaliger Zeiten fasziniert. Sie haben den nötigen Abstand dazu, weil es für sie so etwas ja nicht mehr gibt. Außerdem begreifen sie ziemlich schnell, was Realität ist und was nicht. Deshalb beginnt meine Geschichte auch in der Schule. Damit sind sie vertraut, das ist ihr normaler Alltag. Allerdings sollten sie für mein Buch nicht jünger als zehn Jahre alt sein, besser etwas älter. Ich habe mich bemüht, ganz normal zu schreiben, niemals kindlich. Das würde diese Altersgruppe äußerst albern und unter ihrem Niveau finden. Zu Recht, wie ich finde. Elf- bis Zwölfjährige sind heute in ihrer Entwicklung weiter, als man glaubt.

Was mich sehr beeindruckt hat, dass du in deiner Geschichte die Leser viel über Vertrauen, Neid und Freundschaft erfahren lässt.
War  das ein Gedanke von dir, den Kindern und Jugendlichen nahezulegen, wie wichtig es ist, sich seinen Mitmenschen gegenüber respektvoll zu verhalten?
Vielleicht, ja. Allerdings nicht mit erhobenem Zeigefinger. DAS ist schrecklich. Schon als Kind fand ich das grässlich. In meinem Buch habe ich behutsam versucht den Kindern das Miteinander nahezubringen, ihr eigenes Verhalten studiert und vieles von dem gefunden, was ich den Protagonisten angedichtet habe. Kinder sind sehr sensibel, sie haben noch diese Antenne für Unrecht, Freundschaft und Hilfsbereitschaft, die manchem Erwachsenen im Laufe der Jahre abhandengekommen ist.

Hättest du persönlich gerne im Mittelalter leben wollen?
Für eine kurze Zeit bestimmt. Aber nur zur Überprüfung meiner Recherchen. Ich stelle mir gerade mein Gesicht vor, wenn ich dann entdecken würde, dass es ganz anders ist, als ich beschrieben oder gelesen habe. *lach* Wer weiß das schon so genau.

Wie lange hast du denn gebraucht um dein Buch zu vollenden?
Da es mein erstes Buchbaby ist, genau neun Monate Schreibarbeit, dann noch zwei Jahre Verlag – also insgesamt mehr als zwei Jahre.  

Arbeitest du derzeit an einem neuen Buch, auf das wir uns freuen dürfen?
Ja, zunächst an der Fortsetzung der Hexenkinder. Außerdem kreiselt in meinem Kopf bereits eine lustige Liebesgeschichte über die Freuden der Seefahrt, dann sind da noch etliche Seiten eines Manuskripts, ebenfalls für Kinder und und … und wenn Kopf und Körper nicht streiken, geht es so weiter.

Wie sieht denn dein Alltag aus, wenn du nicht schreibst?
Das kommt selten vor. Allerdings schreibe ich nie den ganzen Tag. Den Rest des Tages versuche ich alles unter einen Hut zu bekommen. Ich stricke, bastele z.B. Lesezeichen, häkele Puppen, koche, backe und lese natürlich. Letzteres meistens nachts. Außerdem haben wir eine große Familie mit starkem Zusammenhalt. Nicht nur in den Ferien sind oft mehrere Enkelkinder gleichzeitig hier. Dann passiert das Übliche: Essen kochen, Spielen, Ausflüge unternehmen, Kino, Vorlesen. Und dann ist da noch mein Mann, der mich sehr unterstützt …

Liebe Sabine, ich bedanke mich von Herzen, dass du den heutigen Tag mit mir verbracht hast. Ich hoffe, dass du dich wohlgefühlt hast und dass du irgendwann noch einmal wiederkommen magst. Es hat mich sehr gefreut mehr über dich und vor allem über dein Buch zu erfahren.
Gern geschehen, liebe Beate. Ich fand es gemütlich und unterhaltsam. Wenn du möchtest, stehe ich dir gerne wieder einmal Rede und Antwort. Bis dahin wünsche ich dir alles Gute und weiterhin viele interessante Gäste.
Vielen Dank liebe Sabine. Klar, wird es ein Wiedersehen geben und ich heiße dich auch immer herzlich Willkommen. 

So ihr Lieben, dass war es fast für heute. Ich hoffe, dass ihr genauso viel Freude an diesem Gespräch hattet wie ich.
Ich habe mir überlegt, da ich noch ein signiertes Buch von Sabine Bürger und Flyer habe, dies heute zu verlosen.
Wer das Buch gerne gewinnen möchte, beantwortet mir folgende Frage: In welchem Jahrhundert spielt die Geschichte von Sabine Bürger?
Die Antworten sendet ihr mir bitte an meine E-Mail Adresse beateslovelybooks@web.de
Es werden nur diejenigen in den Lostopf wandern, die mir per
Mail, die Antwort geschickt haben.
Das Gewinnspiel endet heute um 23.59 Uhr und der Gewinner wird morgen per E-Mail von mir benachrichtigt.

Wer noch mehr über Sabine Bürger erfahren kann dies über die unten stehenden Links:

Ich wünsche euch noch einen sonnigen Sonntag und sage danke schön für eure Gesellschaft und freue mich schon darauf, euch nächste Woche wieder willkommen zu heißen.

Eure Beate







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