[Autorentag] Im Gespräch mit Anke Höhl-Kayser aus dem Bookshouse Verlag


Hey ihr Lieben,

ich habe eine neue Rubrik auf meinem Blog. Am "Autorentag" widme ich mich den ganzen Tag diesem Autor und deren Buch/Bücher.
Heute macht Anke Höhl-Kayser mit ihrem Buch "Mondlicht in deinen Augen" den Anfang.
Ich durfte mit der Autorin ein tolles Interview führen und wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

Hallo liebe Anke,

ich freue mich sehr, dass ich mit dir ein Interview führen darf. 
„Mondlicht in deinen Augen“ spielt in Wuppertal und auch auf Rügen. Warum ausgerechnet diese zwei Städte? 
Wuppertal ist meine Heimatstadt. Hier bin ich geboren und hier lebe ich seitdem – und zwar gern. Ich glaube, Wuppertal wird oft verkannt. Natürlich hat die Stadt ihre grauen Ecken, wie alle Großstädte, aber sie ist die Stadt mit den meisten Grünflächen, und sie bietet weit mehr Attraktionen als nur die Schwebebahn und den Wuppertaler Zoo! Die Wuppertaler haben das Herz auf dem rechten Fleck, auch wenn sie, wie man bei uns sagt, manchmal etwas „dröge“ (trocken, herb) rüberkommen. :)
Rügen habe ich während eines Sommerurlaubs im Jahr 2014 erstmals kennengelernt und war begeistert von der Schönheit der Landschaft und der Rätselhaftigkeit mancher Orte, wie zum Beispiel dem geheimnisumwobenen Herthasee im Jasmunder Nationalpark und dem Großsteingräberfeld in Lancken-Granitz. Beide Orte habe ich dann auch im Buch verarbeitet.

Wie ist denn deine Geschichte entstanden? Sie ist ja mit viel Fantasie verbunden, wie der Gedanke beispielsweise mit dem Sarg. Es hatte schon etwas Unheimliches. 
Bei mir entwickeln sich die meisten Bücher aus einer Szene, die mir plötzlich im Kopf herumspukt. Hier war es die Beerdigung von Jennys Berner Sennenhund (den Verlust eines geliebten Berners habe ich 2012 selbst erfahren müssen). Die Szene ließ mich nicht mehr los und entwickelte sich immer weiter – ich sah Jenny und Tom das Grab für Keno ausheben, und ich wusste, dass sie darin etwas Schreckliches finden werden. Und je mehr Details sich dazu gesellten, desto klarer wurde mir, dass ich ein Buch dazu schreiben würde. 
Alle meine Bücher sind mit viel Fantasy gewürzt, auch wenn ich inzwischen lieber Urban Fantasy als High Fantasy schreibe.

Wie sind denn deine Protagonisten zum Leben erwacht?
Jenny ist der Typ eigensinnige und starke junge Frau, den ich schon immer gern mal in einem Buch verarbeiten wollte. Und unter Gero stellte ich mir jemanden vor, der den bösen und gleichzeitig faszinierenden Gegenpart liefert – der ihre Eigenständigkeit und ihren starken Willen mühelos infrage stellt und sie an sich selbst zweifeln lässt. Wichtig war mir, dass sie es trotz dieser Widrigkeiten am Ende schafft, stärker als er zu sein und ihn zu retten.

Wie müssen wir uns denn deine Recherchearbeit vorstellen und wie lange hat es denn gedauert?
Ich habe die im Buch beschriebenen Orte auf Rügen alle mehrfach besucht. Zu allen habe ich Fotos gemacht, damit sie plastisch in Erinnerung bleiben, und ich habe mir an Ort und Stelle einiges an Literatur über Rügen besorgt. Zuhause habe ich dann weiter im Internet recherchiert. 
Die Legenden, die sich um den Herthasee ranken, habe ich recherchiert, beispielsweise, dass er eine altgermanische Opferstätte sein soll. Und ich habe viel über das beeindruckende Feld in Lancken-Granitz gelesen, mit seinen fünf Steingräbern unter Baumgruppen. Hier ist im Buch der Eingang zur Stadt unter dem See, Lacus Lucis genannt (übersetzt: „See des Lichts“). Zu Wuppertal musste ich glücklicherweise nichts recherchieren, ich kenne meine Heimatstadt in- und auswendig. :) 
Schreiben und Recherche sind danach ineinandergeflossen, und alles in allem habe ich ein Dreivierteljahr an dem Buch gearbeitet (das Betalesenlassen, die Korrekturen und das Lektorat nicht eingerechnet).

Wo arbeitest du denn am liebsten? Hast du einen festen Arbeitsplatz?
Ja, in meinem Arbeitszimmer am Laptop mit Blick auf den Garten. Gern auch bei Kerzenlicht oder mit Regenbrunnen oder Stimmungslicht. Das schafft für mich die richtige Schreibatmosphäre – so magisch-geheimnisvoll. :)

Glaubst du an paranormale Ereignisse in Bezug auch auf deinen Roman? 
Ja. Ich glaube tatsächlich, dass manche Menschen telepathische (und vielleicht auch telekinetische) Fähigkeiten haben – mehr oder weniger stark ausgeprägt. Dass solche Menschen die Stimmungen anderer wahrnehmen können, ohne dass sie ausgesprochen wurden, oder dass sie Gegenstände bewegen können, ohne sie zu berühren. Im Buch habe ich mir die Frage gestellt: Was wäre, wenn wir Menschen in einer Zeit des völligen Friedens leben könnten, ohne Angst und Sorge? Würden sich diese noch weitgehend verborgenen Fähigkeiten dann weiterentwickeln – und würden sie vielleicht aus uns andere Menschen machen? 

Und nun noch eine letzte Frage. 
Wenn du die Möglichkeit hättest in die Zukunft zu reisen, welches Jahr würdest du wählen bzw. welche Veränderungen würdest du dir für unser Leben wünschen?
Im Moment weiß ich nicht, ob ich wirklich gern in die Zukunft reisen möchte. Dafür geschehen zu viele schreckliche Dinge. Niemand kann sagen, was in zwanzig oder dreißig Jahren sein wird – geschweige denn in hundert. Ich frage mich manchmal, ob wir mit heiler Haut aus diesem Chaos und diesem Leid, das uns im Augenblick umgibt, herauskommen werden. Deshalb würde ich mir für uns alle wünschen, dass wir die wirklich wichtigen Dinge erkennen. Es sind diese kleinen Dinge, die am leichtesten zu erreichen sind und die im Grunde doch all das ausmachen, was wir brauchen: Familie und Freundschaft, ein Dach über dem Kopf, Zufriedenheit mit dem eigenen Leben, und die nicht versiegende Hoffnung, dass am Ende doch noch alles gut wird.

Ich danke dir liebe Anke, dass du dir die Zeit genommen hast, um meine Fragen zu beantworten. 
Ich wünsche dir noch ganz viel Erfolg für deine Zukunft und hoffe doch, dass wir bald wieder etwas von dir lesen.
Ganz herzlichen Dank, liebe Beate! Es hat mir viel Freude gemacht, die Fragen zu beantworten! Der nächste Roman erscheint wahrscheinlich noch in diesem Jahr.


Wenn ihr jetzt auf "Mondlicht in deinen Augen" neugierig geworden seid, dann hab ich einige Links, bei denen ihr das Buch bekommen könnt.
Wer mehr über Anke Höhl-Kayser wissen möchte, für denjenigen, gibt es natürlich auch die passenden Links.

Bookshouse - Mondlicht in deinen Augen
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Mondlicht in deinen Augen bei Thalia 
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Ich wünsche euch viel Vergnügen mit diesem aufregenden Fantasy-Roman.

Eure Beate

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