Sonntag, 21. Januar 2018

[virtuelle Couch] Im Gespräch mit Barbara Innes



Hallo ihr Lieben,

es ist wieder Sonntag Nachmittag und ich darf eine sympathische Autorin bei mir begrüßen.
Heute sitzt die liebe Barbara Innes neben mir, bei Kaffee und Kuchen, um mit mir über ihre Projekte zu schnacken.

Hallo liebe Barbara, 
es freut mich sehr, dass du dir Zeit genommen hast, um mit mir ein wenig zu plaudern. 
Ich hab uns auch extra etwas gebacken, ich hoffe du magst Pfirsischkuchen und Cookies. Natürlich gibt es Kaffee, Cappucchino oder auch Tee dazu. Was darf ich dir denn anbieten?
Pfirsichkuchen klingt toll – dazu einen großen Cappuccino bitte :)

So, dann würde ich sagen, beginnen wir doch mit unserem Interview. 
Vor einigen Wochen erschien dein neuer Erotik-Thriller „IN DEINEM NAMEN“. Er ist der Folgeband von deinem Bestseller „DIR ZU WILLEN“. Warum hast du deinen 2. Band eher einen Thriller werden lassen, während der Erste ein BDSM Roman war? 
Ich hatte das Gefühl, dass sich die Figuren weiterentwickeln wollten. Trevors Beruf als privater Ermittler und seine mysteriöse Vergangenheit bieten so viele spannende Möglichkeiten, eine Geschichte zu konstruieren, die über die Beziehung der beiden Hauptfiguren hinausgeht. Außerdem war es für mich als Schriftstellerin eine neue Herausforderung: viele Fäden, die am Ende zusammenlaufen, und ein durchgehender Spannungsbogen, der den Leser ununterbrochen in Atem halten soll – natürlich ohne die erotischen und romantischen Elemente zu vernachlässigen. Ob mir das gelungen ist, müsst ihr selbst beurteilen 😉

Dein Thema in „IN DEINEM NAMEN“ ist wirklich sehr düster und spiegelt vieles wieder, was derzeit weltweit immer wieder passiert, auch wenn hier um Erpressung geht. Warum denn ausgerechnet so ein Thema?
Je größer die Bedrohung, umso stärker muss der Held sein – und das macht ihn für den Leser natürlich auch interessanter. Und welche Bedrohung liegt heutzutage näher als (vermeintlich) islamistisch motivierte Terroranschläge? Jeder ist momentan am ehesten geneigt, fundamentalistische Moslems hinter allem Schrecklichen zu vermuten, was auf der Welt passiert. Dass diese Denkweise irreführend und sogar gefährlich sein kann, wird in meinem Buch klar. Gerade weil die Bedrohung so real ist, kann sich der Leser in die Hauptpersonen einfühlen, sogar in die „Bösen“, die von fundamentalen menschlichen Trieben motiviert sind: Geld, Rache und Lust.

Du schreibst ja deine Bücher in den verschiedensten Genre. Wenn ich richtig recherchiert habe, waren deine ersten Werke Gay-Romancen. War das schon immer dein Wunsch gewesen, mit diesem Genre zu beginnen? Meistens ist es ja bei den meisten Autoren so, dass sie sich in ihrem ausgewählten Genre am wohlsten fühlen. 
Ich habe vor den Gay-Romance-Stories tatsächlich schon erotische (hetero) Geschichten unter anderem Namen publiziert. Als ich den Nischenmarkt der schwulen und lesbischen Lovestories entdeckte, war das für mich – wieder einmal – eine interessante Herausforderung. „Wohin dein Herz dich führt“, die Geschichte um das Coming Out eines Bankers, der an einem Hippie-Strand die wahre Liebe findet, kam auch bei den Lesern sehr gut an. Ich fühle mich aber an kein Genre gebunden – mein nächster Roman wird historische Fantasy!

Wann hast du denn überhaupt zu schreiben begonnen? 
In der Grundschule: Kurzgeschichten, in denen meine Katze die Heldin war, und die mich die Leserin jeden Montag Morgen vor der Klasse vorlesen ließ. Darauf folgte mein erster Roman, eine Wild-West-Geschichte, die ich mit 12 abschloss. In der Pubertät waren es dann eher Gedichte und unglaublich tiefgründige Kurzgeschichten... *lacht*

Was war denn dein Beweggrund, das Genre dann zu wechseln?
Wie gesagt, von Wechseln kann eigentlich keine Rede sein, weil ich schon immer verschiedene Genres ausprobiert habe. Mir geht es eher um die Idee und die Figuren als um die Einordnung in irgendwelche Kategorien.

Du warst von Anfang an im Selfpublishing. Hattest du nicht schon einmal darüber nachgedacht, deine Bücher bei einem Verlag veröffentlichen zu lassen, vorausgesetzt man findet den passenden Verlag? 
Wenn der richtige Verlag an die Tür klopft, bin ich gerne zum Gespräch bereit ;) Ich genieße aber auch die Freiheit als Indie-Autorin – und die Tatsache, dass man für seine Arbeit direkt entlohnt wird. Ich stelle es mir schrecklich vor, monatelang auf die Veröffentlichung deines Buches warten zu müssen, nur um dann zu erfahren, dass der Verlag doch kein Geld für deine Werbung ausgeben will, und du irgendwo im hintersten Regal der Buchhandlungen landest. Andererseits ist es auch sehr anstrengend, sich ganz alleine um die Vermarktung kümmern zu müssen. Und, wie ich jetzt merke, ist das Krimi-/Thriller-Publikum viel schwerer zu erreichen als die Erotik-LeserInnen.

Hast du denn neben dem Beruf der Autorin noch einen Brotjob? 
Im Moment nicht. Ich habe meinen Job als Sprachlehrerin gekündigt, als ich
merkte, dass ich vom Schreiben tatsächlich besser leben kann. Mit meiner Jazz-Band „Homeless Kitties“ (unser Album „Suicide Pop“ findet ihr auf youtube) spiele ich natürlich immer gerne Konzerte. Das ist aber mehr Leidenschaft als Broterwerb.

Nochmal zurück zu deiner Neuerscheinung. Sie endet ja mit einem Cliffhanger. Wann können wir denn mit der Fortsetzung rechnen? Weißt du denn schon wie es weitergehen wird?
Wenn sich genug interessierte Leser finden, wird es natürlich eine Fortsetzung geben, bei der ich mir einen stärkeren Fokus auf die Männerfreundschaft vorstellen kann, die sich ja in Hass verwandelt hat. Der „Böse“ wird nichts unversucht lassen, doch noch seinen finsteren Plan umzusetzen, während Trevor ihn unerbittlich jagt. Ich kann aber nicht mehr verraten, bevor ihr nicht „In deinem Namen“ gelesen habt – Spoiler-Alarm! :)

Wie muss ich mir das denn vorstellen, wenn du an einem neuen Buch arbeitest. Weißt du von vorneherein schon welche Geschichte dir vorschwebt?
Hast du Stift und Notizbuch immer in deiner Nähe? 
Ohne mein kleines braunes Notizbuch, das mir meine Schüler zum Abschied geschenkt haben, gehe ich nirgendwo hin! Die meisten Ideen kommen mir aber, wenn ich schon im Schreib-Flow bin. Normalerweise habe ich eine grobe Vorstellung davon, wie sich das Ganze entwickeln wird – aber oft machen die Protagonisten dann doch, was sie wollen...

Wann ist denn für dich die beste Zeit zum Schreiben? Viele Autoren schreiben nachts, du auch? 
Eigentlich kann ich immer schreiben außer morgens. Meine erste veröffentliche Kurzgeschichte habe ich tatsächlich in einer Nacht geschrieben. Meistens hängt es aber auch von äußeren Umständen ab – in Deutschland schreibe ich mittags und abends, auf einer tropischen Insel eher nachts, weil der Tag am Strand verbracht wird...

Hast du einen festen Arbeitsplatz, an dem du deine Gedanken zu Papier bringst? 
Ich denke, jeder Schriftsteller braucht seine Rituale. Auch wenn ich viel reise, finde ich doch immer schnell meinen Lieblingsplatz, um kreativ zu sein. Auf Teneriffa war das beispielsweise eine kleine Strandbar, in Regensburg der Ostpark. Und wenn ich meine Eltern besuche, ziehe ich mich – zusammen mit der Katze – in den Keller zurück, um in Ruhe arbeiten zu können.

So und nun meine letzte Frage, dann hast du es geschafft. 😉 Wo siehst du dich in 10 Jahren? 
Hoffentlich auf der Terrasse meines Häuschens am Meer!

Vielen Dank liebe Barbara, dass du mir Gesellschaft geleistet hast und ich dich ausquetschen durfte. 
Ich wünsche dir für deine Zukunft ganz viel Erfolg und weiterhin tolle Ideen. 
Vielen lieben Dank, dass ich heute bei dir sein durfte – und der Pfirsichkuchen war wirklich lecker! 😉

Wer sich von euch jetzt für die Bücher von Barbara Innes interessiert und noch mehr über sie erfahren möchte, klickt einfach die untenstehenden Links an.

Facebook-Autorenseite
Autorenseite - Amazon
Autorenseite - Lovelybooks 

So ihr Lieben,  ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag-Nachmittag.

Eure Beate






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